Update 06.07.2021

Die Vorbereitungen für den Fachkongress vom 25.10.-28.10.2021 laufen auf Hochtouren. Nach den Sommerferien wird die Anmeldung für die einzelnen Fachvorträge, Diskussions- und Austauschforen und die interaktiven Workshops möglich sein. Kurz vor Beginn des Fachkongressesr wird es für die Familienzentren Anfang Septembe schon mit der digitalen Schnitzeljagd losgehen. Dabei warten spannende Aufgaben darauf gelöst zu werden. Während des Fachkongresses werden die Highlights dieser Schnitzeljagd präsentiert. 

Die Anmeldung wird nach den Sommerferien möglich sein. Bis dahin wünschen wir Ihnen allen erholsame und sonnige Ferien und freuen uns Sie im Oktober auf dem digitalen Fachkongress begrüßen zu dürfen.

Bisher bestätigte Formate

Hauptreferent:innen

  • Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Universität Osnabrück) Website
  • Hanna Maly-Motta (DJI Deutsches Jugendinstitut e.V.) Website

Foren

Kindertageseinrichtungen gestalten ihre Bildungsangebote so, dass die individuellen Belange und unterschiedlichen Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien Berücksichtigung finden (vgl. § 15 KiBiz). Dabei ist Armut für viele Kinder und ihre Familien keine vorrübergehende Episode in ihrem Leben, sondern ein anhaltender Normal- und Dauerzustand.Die unterschiedlichen sozio-ökonomischen Verhältnisse, in denen Kinder aufwachsen, wirken auch in die Kindertageseinrichtungen hinein. Vor allem in Familienzentren werden viele Kinder betreut, die in benachteiligten Lebenslagen aufwachsen – das pädagogische Angebot – richtet sich explizit an den lebensweltlichen Motiv- und Problemlagen der Familien aus.

Der professionelle Umgang mit ungleichen Lebensbedingungen und Lebenswelten ist dabei eine große Herausforderung für die pädagogischen Fachkräfte. Neben Basiswissen zu Kinderarmut in Deutschland und der Entwicklung armutssensibler Handlungsformen, liefert das pädagogische Konzept der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung Ansätze, um Kinder in ihrer Identität zu stärken, Erfahrungen mit Vielfalt zu ermöglichen, kritisches Nachdenken anzuregen und aktiv zu werden gegen Unrecht und Diskriminierung.

Der Fokus dieses Fachforums, zu dem der LVR-Fachbereich Kinder und Familie, die LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut und die Integrationsagentur der AWO Mittelrhein in Kooperation gemeinsam einladen, liegt auf der Schnittstelle zwischen armutssensiblen und vorurteilsbewussten Handlungsweisen mit dem gesetzlichen Auftrag von Familienzentren.

 

Referent:innen: 

Mercedes Pascual Iglesias (Integrationsagentur AWO Bezirksverband Mittelrhein e.V.) Website
Corinna Spanke (LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut) Website
Julia Lindenberg (LVR-Landesjugendamt, Fachbereich Kinder und Familie) Website

Seit der Revision der Gütesiegelkriterien in 2019 können Familienzentren ihr Profil im Bereich Prävention schärfen. Aber was genau sind kommunale Präventionsketten? Wie stehen Sie zu den Frühen Hilfen? Und wie kann Ihr Familienzentrum von Kooperationen im Profilbereich Prävention profitieren? Die Servicestelle Prävention des ISA und das MKFFI erläutern in ihren Beiträgen, warum Präventionsketten mehr als nur eine Reihe von Angeboten für Familien sind und wie sie als Struktur die Zusammenarbeit in einer Kommune mit Blick auf Kinder und ihre Familien verändern können. Die Referentinnen werden mit Ihnen die Rolle der Familienzentren in den kommunalen Präventionsketten diskutieren und Ihnen Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen. 

Referent:innen

Christin M. Jasper (Institut für soziale Arbeit e.V.) Website

Nina Schadt (Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration) Website

Workshops

Im Familienzentrum ändert sich ständig etwas! Was benötigen Leitungskräfte und die jeweiligen Teams? Gewollte und ungewollte Veränderungen bringen Belastungen und Stress für die betroffenen Personen mit sich. Um den Stress zu verringern, ist es hilfreich, Strategien für den Umgang mit Veränderungen zu entwickeln.  

Der Workshop beinhaltet einen Mix aus Input, Gruppenarbeiten und eigener Reflexion.  

 

Referentin

Christa Höher-Pfeifer (Management von Veränderungen im Familienzentrum)

In diesem Workshop geht es darum, einen Einblick in die Lebenswelt von Kindern zu erhalten, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammenleben. Zentral geht es um die Frage, wie wirkt eine elterliche Erkrankung in das System Familie und mit welchen Herausforderungen ist die Familie konfrontiert. Anhand eines Fallbeispiels sollen die unterschiedlichen Perspektiven im Familiensystem zusammengeführt werden. Die Sichtweise der Kinder und ihr Erleben der Erkrankung werden in einem nächsten Schritt weiter beleuchtet. 

Ausgehend von den Erkenntnissen der Resilienzforschung soll danach erarbeitet werden, wie das familiäre System und insbesondere die Kinder gestärkt und ihre Resilienz gefördert werden kann. Hierzu wird ein Überblick über Best-Practice-Beispiele aus der Praxis gegeben. Abschließend wird nochmals auf die Rolle der Familienzentren in diesem Themenfeld eingegangen. 

 

Referentin

Prof. Dr. Sabine Wagenblass (Hochschule Bremen)

In jeder Entscheidung und in jeder Handlung ist die eigene Haltung enthalten. Im Workshop nehmen wir Haltungen aller Beteiligten im Familienzentrum in den Blick.  

Kinder stehen im Mittelpunkt jeder pädagogischen Arbeit und ihre Förderung soll lebensweltbezogen sein. Lebenswelten von Kindern und Familien haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Und auch Haltung ist veränderbar. Pädagogische Fachkräfte sind im umfassenden gesellschaftlichen Wandel vielfach herausgefordert, ihre Position zu finden und im erzieherischen Alltag zu vertreten. Mit einer professionellen pädagogischen Haltung sollen sie sich Kindern und Eltern anbieten. 

Gemeinsam gehen wir den Fragen nach, mit welcher Haltung sich Erziehungspartnerschaft mit Eltern gestalten lässt und wie alle Kolleg:innen in einem Team eine klare gemeinsame Zielvorstellung entwickeln und sich auf Veränderungs- und Lernprozesse einlassen können. 

Wir erproben Positionierungsübungen und erfahren im gemeinsamen Austausch, wie ermutigender kritischer Diskurs mit Kolleg:innen, Eltern und Kindern gelingen kann. 

 

Referentin

Anke Lehmann (AJS NRW, Medienpädagogin) Website

Der Workshop setzt bei der Mediennutzung von Familien mit Kita-Kindern an. Er schafft Anregungen für die praktische Umsetzung mit den Kindern im Kita-Alltag und für die Verknüpfung mit anderen Bildungsbereichen.  

Chancen und Bedenken beim Einsatz digitaler Medien werden gemeinsam herausgearbeitet und Praxismaterialien für die Elternbildung vorgestellt und erprobt.  

 

Referentin

Claudia Wierz (Medienpädagogin und Medienwissenschaftlerin) Website

Das Projekt „Integrationsbegleiterinnen in Kitas“ ist im Dezember 2016 mit der Förderung des MKFFI sowie der Auridis Stiftung als Modellprojekt bei der AWO OWL e.V. gestartet. Im Anschluss an eine Modellphase mit zwei erfolgreichen Schulungsdurchgängen wurde es im Jahr 2019 als „Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung“ zertifiziert und so in nachhaltige Strukturen überführt. Bereits 84 Frauen haben die Qualifizierung zur „Integrationsbegleiterin in Kitas“ erfolgreich absolviert. Seit Oktober 2019 wird das Projekt zudem durch unser Transferteam nach ganz NRW verbreitet.

Integrationsbegleiterinnen sind Frauen mit Flucht- und/oder Migrationsgeschichte, die irgendwann im Laufe ihres Lebens nach Deutschland geflüchtet oder migriert sind. Sie können als zusätzliches nicht-pädagogisches Personal im Alltag einer Kindertagesstätte zur Unterstützung eingesetzt werden. Sie helfen z. B. bei Essenssituationen, Gruppenaktivitäten und können kleine Angebote in den Gruppen anbieten. Vor allem aber bringen die Integrationsbegleiterinnen einen großen Schatz mit in die Kita: ihre Sprachressourcen, ihre eigene Integrationserfahrung und Sozialisation. So können sie geflüchteten und migrierten Kindern und Familien das Ankommen in der Institution Kita erleichtern und sie begleiten.

In diesem Workshop wird das Projekt „Integrationsbegleiterinnen in Kitas“ vorgestellt. Folgende Fragen werden dabei geklärt: Was sind die Ziele des Projektes? Wie ist es aufgebaut? Wie ist eine Umsetzung möglich? Welche Voraussetzungen für das Gelingen können aufgrund der Erfahrungen aus dem Modellprojekt benannt werden?

Einen Schwerpunkt legen wir auf die Besonderheiten der Zusammenarbeit mit der Zielgruppe der geflüchteten Frauen. Hierbei werden Ressourcen und Grenzen näher beleuchtet. Im Weiteren wollen wir dann den Fragen nachgehen: Wie kann eine gute Zusammenarbeit mit Integrationsbegleiterinnen in der Qualifizierungsphase, aber auch darüber hinaus in der späteren Tätigkeit aussehen und was sind Gelingfaktoren?

Zum Ende des Workshops würde wir gerne mit Ihnen die Fragen diskutieren, wo Sie das Einsatzfeld und die Chancen des Einsatzes der Integrationsbegleiterinnen im Arbeitsfeld Familienzentren sehen und wie sie das Potential der Integrationsbegleiterinnen für Ihre Einrichtung nutzen können, um so gemeinsam Kita vielfältig zu gestalten.

 

Referent:innen

Erika Richert & Maike Lippelt (AWO Ostwestfalen-Lippe e.V., Projektmitarbeiterinnen im Projekt „Integrationsbegleiterinnen in Kitas“) Website