Die Landesregierung hat die Idee der Familienzentren während der Pilotphase entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Ab dem 1. August 2007 erfolgte der flächendeckende Ausbau, der bis heute kontinuierlich weitergeführt wird.

Im Kindergartenjahr 2017/2018 gibt es fast 2.500 Familienzentren mit insgesamt rund 3.500 Kindertageseinrichtungen, die in die Arbeit der Familienzentren eingebunden sind. Wegen der großen Bedeutung der Familienzentren für die frühkindliche Bildung sollen die Familienzentren auch in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Nordrhein-Westfalen hat im Vergleich zu anderen Bundesländern bei Familienzentren eine Vorreiterrolle. Hier sind nicht nur die ersten Einrichtungen entstanden, sondern Nordrhein-Westfalen ist auch das Bundesland mit den meisten Familienzentren.

Nordrhein-Westfalen ist darüber hinaus das einzige Bundesland, das mit seinem Gütesiegel den Eltern Sicherheit bietet, welche Leistungen sie beim Familienzentrum erwarten können.

Zur Umsetzung des Ziels der Familienzentren, Kindern und Eltern vielfältige Hilfen zur Bewältigung des Familienalltags zur Verfügung zu stellen, hat die Landesregierung im Kinderbildungsgesetz (KiBiz) festgeschrieben, dass eine jährliche Verteilung neuer Familienzentren auf die Jugendämter nach einem festgelegten Index erfolgt. Die Verteilung kann sich dabei sowohl nach der Zahl der KiTa-Kinder als auch der sozialen Belastung im Jugendamtsbezirk orientieren.

Die Landesregierung fördert die Familienzentren seit 2006/2007. Mit dem ersten KiBiz-Änderungsgesetz wurden alle Familienzentren gestärkt, insbesondere aber Einrichtungen in belasteten Quartieren. Sie erhalten jährlich 2.000 € mehr, insgesamt 14.000 €. Für die anderen Einrichtungen wurde die Förderung von bisher 12.000 € um 1.000 € auf 13.000 € jährlich erhöht. Alle Familienzentren, einschließlich der neuen, werden seit dem 1. August 2011 auf gesetzlicher Grundlage gefördert, was eine größere Planungssicherheit für Träger und Einrichtungen bedeutet.

Die Auswahl der Familienzentren ist Aufgabe der örtlichen Jugendämter, da sie die Bedingungen vor Ort und die sozialen Begebenheiten gut kennen und dieses Wissen für den weiteren Ausbau der Familienzentren in der Fläche unverzichtbar ist.

Die neuen Familienzentren haben 12 Monate Zeit, um die Leistungen und Strukturen eines Familienzentrums aufzubauen, damit sie den Kriterien des Gütesiegels "Familienzentrum NRW" entsprechen. Innerhalb dieses einen Jahres muss sich das Familienzentrum zertifizieren lassen. Nach erfolgreicher Zertifizierung erhält die Einrichtung das Gütesiegel "Familienzentrum NRW" für den Zeitraum von vier Jahren.