Familienzentren und Gesundheitsprävention: Bewegung von Anfang an

Immer mehr Kinder im Vorschulalter sind übergewichtig und das mit steigender Tendenz. Oft steckt Bewegungsmangel dahinter. Gesundheitsförderung ist deshalb eine wichtige familienergänzende Aufgabe der Familienzentren. Kindern Spaß an Bewegung zu vermitteln und das Bewegungsverhalten von Eltern zu fördern hilft langfristig und nachhaltig die Gesundheit zu stabilisieren. Gerade die Familienzentren haben dabei die Möglichkeit auch durch eine Vernetzung mit anderen Einrichtungen ein Bewegungsangebot für den gesamten Stadtteil zu installieren. Benachteiligte Familien profitieren hiervon besonders.

Schwerpunkte im Sozialraum

Das „Haus für Familien“ vereint das Familienzentrum und den AWO-Nachbarschaftstreff. Die Einrichtung liegt am Stadtrand von Haan inmitten des Wohn- und Industrieparks Haan-Ost. Im Stadtteil leben viele junge Familien mit Kindern sowie ein großer Anteil an älteren Menschen. Viele der hier lebenden Familien haben einen Migrationshintergrund. Neben Familien, in denen die Eltern über eine akademische Ausbildung verfügen, leben hier auch Familien, die sozialstaatliche Leistungen beziehen.

Viele Angebote des Familienzentrums integrieren Bewegungsmöglichkeiten und richten sich an Personen aller Altersgruppen. So werden regelmäßig altersübergreifende Wandertouren für alle Stadtteilbewohner angeboten. Außerdem gibt es ein wöchentliches Sportangebot für Frauen und eine Bewegungsgruppe für über 50-jährige. Das Familienzentrum ist als Bewegungskindergarten vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen anerkannt.

Alltagsintegrierte Bewegungsangebote Hand in Hand mit Kooperationspartnern

Im „Haus für Familien“ wird Bewegung umfassend gefördert, sowohl mit speziellen Sportangeboten als auch mit in den Alltag des Familienzentrums integrierten Bewegungseinheiten. So verfügt das Familienzentrum z.B. über einen Bewegungsraum, der den Kindern den ganzen Tag über offen steht. Hier dürfen sie sich schon morgens nach dem Ankommen auf der ‚Bewegungsbaustelle‘ ausprobieren oder einen Parcours aufbauen, an dem sie versuchen die Hindernisse möglichst geschickt zu überwinden. Außerdem treffen sich die Kinder alle vierzehn Tage in der großen Turnhalle der nahe gelegenen Grundschule mit einer Trainerin des Haaner Turnerbundes. Hier können sie zum Beispiel Trampolin springen, an Ringen schaukeln oder auf den Matten Gymnastikübungen machen. Unterstützt wird die Turngruppe von Eltern, die sich im Familienzentrum freiwillig engagieren.

Bewegung – Eine Brücke zwischen den Generationen

Um eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, wird monatlich eine gemeinsame Bewegungsgruppe für Kinder aus dem Familienzentrum und Seniorinnen und Senioren aus dem Stadtteil angeboten. Außerdem findet für Menschen ab 50 Jahren im Bewegungsraum des Familienzentrums wöchentlich ein Sportangebot einer Gymnastiklehrerin des Haaner Turnerbundes statt, die Übungen zur Stärkung der Wirbelsäule, Entspannungs- und Massageeinheiten, aber auch Stepgymnastik durchführt.

Natur erleben und Bewegung fördern

Ein besonderes Bewegungsangebot des Familienzentrums ist die integrierte Wander- und Erlebnisgruppe. Jedes Kind der Einrichtung besucht monatlich eine Woche lang diese Gruppe, die in einem Bauwagen auf dem Außengelände untergebracht ist. Während der Woche können die Kinder sich den ganzen Tag über an der frischen Luft aufhalten. Sie säen Radieschen und jäten Unkraut im Gemüsegarten oder versorgen die fünf Kaninchen der Einrichtung. Außerdem wird regelmäßig ein Lernbauernhof besucht oder ein Ausflug in den Wuppertaler Zoo gemacht. Darüber hinaus werden verschiedene Wanderungen in Gebiete mit vielfältigen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten unternommen. Eine Erzieherin mit dem Schwerpunkt Natur- und Waldpädagogik begleitet die Projekte. So kann die Natur erforscht und gleichzeitig die Gesundheit der Kinder durch Bewegung gefördert werden.

Fahrradwerkstatt

Ein ähnliches Angebot ist die Fahrradwerkstatt des Familienzentrums. Hier werden Technik und Bewegung miteinander kombiniert. Durch Spenden und eine Patenschaft mit dem Fahrradhändler vor Ort wurde professionelles Werkzeug beschafft und so den Stadtteilbewohnern und Familien aus der Einrichtung die Möglichkeit gegeben, allein oder unter Anleitung ihre Fahrräder zu reparieren. Die Fahrradwerkstatt wird von einer Erzieherin der Einrichtung geleitet. So besteht gleichzeitig die Möglichkeit einer niedrigschwelligen Kontaktaufnahme mit den Bewohnern und Familien, die bei Bedarf eine Beratungsmöglichkeit darstellen kann.

„Unser Bestreben ist es, nicht nur Kulturen sondern auch Generationen zusammenzubringen –

Bewegung ist dabei ein zentrales Thema.“ (Angelika Bachmann-Blumenrath, Leitung)